Ich dachte, ich bin nicht gut genug.
Also habe ich gearbeitet. Ich habe mir eingeredet, dass irgendwann der Tag kommt, an dem ich genug geleistet habe und jemand sagt, jetzt bist du gut genug. Ich habe dieses Loch mit Arbeit gefüllt, Jahr um Jahr.
Dieser Satz kann von außen gar nicht kommen. Selbst wenn ihn jemand gesagt hatte, wurde er von diesem großen schwarzen Loch in mir einfach verschluckt.
Es war ein schleichender Prozess. Immer mehr aushalten, immer mehr leisten, immer mehr Druck, immer mehr Kontrolle. Ich war so eingehüllt in diesen Deckmantel namens Fleiß, dass ich es kommen sah und trotzdem weiterlief.
Bis nichts mehr ging. Ich hatte die Verbindung zu mir selbst so vollständig verloren, dass ich nicht mehr wusste, wer ich bin. Dann war der Burnout da, und von einem Tag auf den anderen hat es mich umgelegt.
Mein Körper hatte mir schon früher Grenzen gezeigt. Jedes Mal, wenn ich mich in einem Job habe ausnutzen lassen hat mein Körper irgendwann die Kontrolle übernommen und mich ausgenockt. Das war die einzige Sprache, die zu mir durchdrang.
Meine innere Weisheit hatte jahrelang leise geflüstert. Irgendwann hat mein Körper es dann so richtig laut gesagt.
Als Angestellte konnte ich meine Kraft kaum entfalten. Heute, als Unternehmerin, stehe ich aufrecht in meiner Mitte. Den Unterricht mit Menschen und Pferden habe ich durch all die Jahre hindurch behalten.